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Amed

Wie schon erwähnt, machte ich vor meinem letzten Halt in Bali, Amed, noch einen Abstecher nach Padang Bai. Es ist ein kleines Dörfchen, mit einigen schönen Schnorchelplätzen, das nicht zu besonders viel einlädt. Das Aufregendste an diesem Ort war mein verzweifelter Versuch einen Transport nach Amed zu organisieren, fast ein Ding der Unmöglichkeit! Ich habe schlussendlich jemanden gefunden, der mich persönlich dorthin eskortieren würde. Aldi hat sich also meiner angenommen und am nächsten Tag sind er, ein Fahrer und sein Vater, der schon immer mal nach Amed wollte, losgedüst. Unterstützt durch diese Konstellation, war das so ziemlich die merkwürdigste Autofahrt meines Lebens. Im Nachhinein betrachtet, ist mir auch klar, warum sie die Tour dorthin normalerweise nicht machen- die Straßen sind ziemlich verzweigt und serpentinisch - aber darauf komme ich später noch zurück. Ich habe mir gleich von Aldi eine Tauchschule empfehlen lassen, meinen Fun Dive zu dem USAT. Liberty Wreck gebucht und wurde zu meinem Hostel transportiert- Amed ist soweit in der Pampa, dass man nirgends zu Fuß hinkommt, also dort unbedingt einen Roller mieten!
Abgesehen davon, ist es aber nicht nur für seine beiden Schiffswracke berühmt, sondern auch für seine Strände mit dem charakteristischen schwarzen Sand und der wunderschönen Umgebung. Ich habe also der Liberty einen Unterwasserbesuch abgestattet und mir erklären lassen, dass das Schiff seit 1963, als der Vulkan Mt. Agung zum letzten Mal ausgebrochen ist und die Lava es ins Meer gespült hat, versunken ist. Nach meinem Besuch in der Vergangenheit (das Schiff ist noch aus dem 2.Weltkrieg!) habe ich mir für den nächsten Tag ein Moped organisiert und mir eine ziemlich große Runde zurechtgelegt, weil mich Amed so bezaubert hat. Ich dachte mir, wenn schon denn schon und so sehe ich endlich mal ein bisschen was von der Landschaft. Hätte ich da schon gewusst, dass dieser Beschluss zu meinem größten Abenteuer bisher führt, hätte ich ihn trotzdem in Angriff genommen? Vermutlich. Auf dem Plan stand folgendes: der Tempel Besakih (der heiligste und größte Tempel in Bali, am Fuße des Mt. Agung), der White Sand Beach an der Ostküste, der Wasserpalast in Ujung, Schnorcheln beim Japanischen Schiffswrack in dieser Reihenfolge + Fahrzeit. Voraussichtliche Dauer : 8 Stunden.
Ich habe mich natürlich gleich zu Beginn verfahren, habe die Route von hinten angefangen und mit dem Schiffswrack begonnen- halb so wild. Es war wirklich schön zum Schnorcheln, allerdings ziemlich unspektakulär und ich bin bald wieder weitergezogen. Ich bin entlang der Küste gefahren, was wirklich magisch war, habe über mehrere Ortschaften keine Menschenseele gesehen und hatte meine Route, wenn auch falsch herum, im Blick. Stimmung: hervorragend, GPS: bestens, Tank: voll. Zeit: 08:30.
Der Wassertempel in Ujung war ganz nett, allerdings ziemlich klein und hat mich daher auch nicht besonders lang in Anspruch genommen. Umso länger bin ich dafür beim White Sand Beach geblieben, der mich komplett begeistert hat. Wirklich ein wunderschöner Ort, sehr abgelegen, klein und strahlend blaues Wasser auf (man glaubt es kaum) feinstem weißem Sand. Ich war super in der Zeit, es war ca. 14:30 Uhr als ich mich von diesem traumhaften Ort losreißen konnte und mich wieder auf mein Moped geschwungen habe. Meine Stimmung war am Höhepunkt, mein Zeitplan perfekt- was sollte hier noch schiefgehen? Es gab immerhin nur noch eine Station- der Tempel am Fuße des Vulkans. 1,5 Stunden später bin ich, nachdem ich gefühlte 40 Mal das selbe Dorf wieder und wieder durchquert habe, (kam mir vor wie in einem Alptraum, indem man einen Raum durchschreitet und plötzlich wieder bei der Eingangstür steht, David Lynch kann sich hier noch was abschauen!) von meinem Gefährt gestiegen, immer noch nicht entmutigt. Als ich erfahren habe, dass man ohne Guide das Gelände nicht betreten darf und dieser 300.000 Rupiah kostet war ich zwar am Köcheln, allerdings immer noch bestrebt, diesen verdammten Tempel zu besichtigen. Mitten in der Führung, gab mein Handy dann plötzlich bekannt, dass ich nur noch 5% Akku habe. Stand der Sonne: am Untergehen, berechnete Heimfahrtzeit: 1,5 Stunden. Chancen ohne GPS nach Hause zu kommen: 0%, Stimmung: nervös. Die Tatsache, dass ich keine Fotos mehr machen wollte um Akku zu sparen, hat meinen Guide ziemlich verstört und um zu verhindern, dass er in Tränen ausbricht, weil ich das Heiligtum nicht mit Fotos würdigte (wie wir wissen ja die einzige Möglichkeit, das zu tun) habe ich ihn in meine Misere eingeweiht. Er hat mich zu einem Restaurant gebracht, bei dem ich mir ein Ladekabel ausborgen konnte (es hat mich nicht einmal etwas gekostet!) und ich habe mich äußerst dankbar von ihm verabschiedet, was wohl meine Ignoranz gegenüber dieses Manifestes wiedergutgemacht hat. Es war ein Rennen gegen die Zeit- sollte ich das Tageslicht noch ausnutzen oder warten bis der Akku voller wird? Darüber kann man streiten, aber ich habe mich für die wohl schlechteste aller Varianten entschieden: Ich bin mit 20% Akku, einer gerade untergehenden Sonne entgegengefahren. Zeit: 18:00 Uhr, Tank: halb voll, Temperatur: 20°.
Da die erste Hälfte der Strecke mehr oder weniger ohne große Verfahrer verlaufen ist, war ich beinahe wieder soweit, mich in falscher Sicherheit zu wiegen. Problematisch wurde es, als es zum Regnen begonnen hat, denn das war auch der Moment, indem ich vor Kälte unkontrolliert zu Zittern begonnen habe (Nässe und Fahrtwind sind nicht meine Lieblingskombination) und die Straßen, die so schon kaum auseinanderhaltbar waren, im Gesamtbild der Finsternis (denkt an die Serpentinen, die ich erwähnt habe) untergegangen sind. Da alles exakt gleich ausgesehen hat, musste ich nach jeder Kurve kontrollieren, ob ich immer noch auf dem richtigen Weg, bzw. überhaupt noch auf einem Weg war. Ich konnte gerade noch sehen, dass dem nicht der Fall war, bevor mein Akku ausgefallen ist. Für einen kurzen Augenblick hätte ich beinahe zu Lachen begonnen, hätte ich nicht krampfhaft versucht mich mit dem Gedanken anzufreunden, meine Nacht hier in der Einöde zu verbringen. Besonders, da die Nadel meiner Tankanzeige gegen Null ging. Auch die beruhigenden Worte die ich mir selbst zugeredet habe, konnte ich aus irgendwelchen Gründen nicht glauben, also habe ich das Einzige getan was mir noch möglich war: ich habe begonnen jeden Menschen, den ich getroffen habe, nach dem Weg zu fragen. Vielleicht war es die Panik in meinem Blick, oder einfach Mitleid mit dem durchnässten, zitternden Mädchen auf seinem Roller mitten in der Pampa, gute 1,5 Stunden von seinem Ziel entfernt. Jedenfalls habe ich gerade einem Mopedfahrer, der mich überholt hat, verzweifelt „Amed?“ zugerufen, als dieser mir plötzlich signalisierte, ihm zu folgen. Völlig perplex blieb ich stehen und er auch. Er sprach nicht wirklich Englisch, weswegen unsere Unterhaltung in etwa so abgelaufen ist „Amed?“ „Amed.“ Nicken. „Amed?“ „Amed!“ Armwedeln. Vielleicht war es das, was mich überzeugt hat. Ich dachte mir einfach nur, die Chancen stehen 50/50, dass mich dieser Typ entführt und tötet, oder ich tatsächlich jemanden gefunden habe, der mir den Weg weist. Es war mir das Risiko wert. Er hat gewartet bis ich getankt hatte und fuhr los, mit mir im Schlepptau- Um ehrlich zu sein, ich hatte meine Orientierung an diesem Punkt schon so weit zurückgelassen, dass er mit mir auch zurück nach Wien fahren hätte können, ohne dass ich es gemerkt hätte. 2 Stunden später, ich habe die Fahrt damit verbracht, zu überlegen ob ich irgendwelche Spuren für die späteren Polizeiermittlungen hinterlassen sollte, habe ich plötzlich die letzte Kurve vor meiner Unterkunft wieder erkannt. Ich hielt ihn wild-hupend an und ich glaube meine stürmische Umarmung und Dankbarkeitsbezeugungen waren ihm unangenehmer, als der stundenlange Umweg, den er meinetwegen gemacht hat. Nachdem er sich versichert hatte, dass ich gut nach Hause finden würde ist er in die Richtung davongebraust, aus der wir gerade gekommen sind. Ich kann euch sagen- ich war noch nie so froh, irgendwo angekommen zu sein. Als ich meinen Hostel Buddy in dem Restaurant gegenüber sitzen sah und mich in meinen Schal gewickelt zu ihm gesetzt habe, bin ich beinahe in Tränen ausgebrochen. Zeit: 21:00 Uhr.
Ich kann immer noch nicht fassen, was für ein irres Glück ich hatte, diesen Fremden zu treffen, der sich als der tollste Mensch der Welt entpuppt und mich gerettet hat. Dankeschön du namenloser Held- Faith in Humanity restored!







