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Mt. Rinjani

Ihr fragt euch bestimmt das Gleiche wie ich- was zur Hölle hat mich glauben lassen, dass ich auch nur ansatzweise darauf vorbereitet oder dafür trainiert wäre, 3 Tage lang einen 3700m hohen Vulkan zu besteigen? Ich habe keine Ahnung. Mein persönlicher Tipp ist Jerry. Oh Jerry. Ein Reisebüroleiter, der mich heldenhaft aus meiner Misere gerettet hat, als ich verloren an der Rezeption stand und versucht habe mir eine Alternative zum Tauchen zu überlegen. Schon war er da, hat mich galant zu einem Tisch geführt und begonnen mir von den magischen Erfahrungen zu erzählen, die man am Mt.Rinjani, dem zweithöchsten Vulkan Indonesiens machen kann. drei Tage, zwei Nächte, die Dusche am Ende natürlich mit dabei- alles wäre für mich vorbereitet. Essen, ein Zelt, eine bequeme Matte, Ausrüstung, Transport hin und zurück, die perfekte Möglichkeit, die all meine unerfüllten Träume vom Bergsteigen (ich denke nicht, dass es so etwas gib, zumindest nicht mehr) erfüllen würde. Ob ich selbst etwas brauche dafür? Nein nein! Es wird ganz leicht werden! Und das Ganze nur für unwiderstehliche 1,8 Mio Rupiah (ca. 150 Euro). Ich hasse Jerry. Ich habe zugesagt, einerseits weil ich ursprünglich schon Mt. Agung, den Vulkan auf Bali, besteigen wollte und es nicht geschafft habe, weil man jemand Zweites dafür braucht und andererseits weil ich die Zeit sowieso irgendwie verbringen wollte, warum dann also nicht etwas Extremeres? Hätte ich gewusst, was auf mich zukommt, hätte ich es trotzdem gemacht? Ich weiß es nicht.
Der Shuttle Bus stand pünktlich vor der Tür, brachte mich für die erste Nacht zu dem Base Camp auf 600m am Fuße des Rinjanis und ich lernte den Rest meiner Gruppe kennen. Ein verrückter Haufen der besten Leute, die ich im letzten Monat kennengelernt habe und mit denen ich in diesen drei Tagen mehr und Intensiveres erlebt habe, als mit vielen Leuten in einem ganzen Leben.

1 Tag
Aufbruch um 7:00 Uhr. Beim Briefing wird uns gesagt, dass wir alles an Kleidung selbst bereitstellen müssen, da es verdammt kalt werden wird. (Danke Jerry). Im Nachhinein werden sie behaupten, dass sie uns nach Jacken gefragt hätten, allerdings ist es schon ein großer Zufall, dass das an allen Beteiligten vorbeigegangen sein soll. Die Rucksäcke werden gepackt, ein Frühstück vorbereitet und los geht es. Meine Gruppe kommt schnell voran, den ersten Stopp erreichen wir als einer der Ersten. Der Weg, den wir einschlagen steigt tendenziell und beim Mittagessen ist meine anfängliche Motivation schon eher im Keller. 3 Stunden noch, wird uns gesagt, eine Hürde die an einem normalen Trekkingort vermutlich leicht zu nehmen wäre, aber der Mt. Rinjani ist kein normaler Trekkingort. Je näher wir unserem Camp für die Nacht kommen, desto steiler wird es und desto weniger Weg ist vorhanden. Ich spüre, wie sich die Blase auf meiner Ferse vergrößert. Alles nur eine Sache der Einstellung, versuche ich mir einzureden und kämpfe mich weiter, das ist bestimmt der härteste Teil der drei Tage und die Aussicht wird es wert sein. Nach insgesamt 8 Stunden erreichen wir das Camp, die Aussicht entschädigt tatsächlich alles und lässt mich die Wünsche nach einem plötzlichen Tod vergessen. Wir bekommen ein tolles Abendessen und unser Guide, Mul, verteilt Kekse (nie im Leben habe ich so viele Kekse gegessen, wie in diesen drei Tagen). Die Temperatur sinkt und wir suchen mit vielen Schichten Kleidung Schutz in unseren Zelten. (Bequeme Matte ist für Jerry wohl ein sehr dehnbarer Begriff) und zählen zitternd die Stunden, bis es wieder Morgen wird.

2 Tag
Aufbruch um 9:00 Uhr. Das wird der gemütlichere Tag, wir gehen zu den kalten und heißen Quellen hinunter, und auf der anderen Seite des Kraters wieder hinauf, wo uns das Camp für die zweite Nacht erwarten würde. Der Abstieg ist lustig und abwechslungsreich, die Quellen ein Traum, als ich merke dass sich das Blasenpflaster von meiner Ferse halb gelöst hat- das Resultat eher ein Alptraum.
Nach einer notdürftigen Bandage und einem Schmerzmittel beginnt der Aufstieg. Ignoranz ist ein Segen wie man so sagt und ich versuche die Schmerzen zu verdrängen, mehr oder weniger erfolgreich. Dennoch ist der Aufstieg nicht ansatzweise so hart wie am Tag davor, was mich wieder Hoffnung schöpfen lässt. Wir erreichen das Camp, wieder auf 2600m, erschöpft aber glücklich um halb 4, essen zu Abend und fallen in einen nicht ganz so kalten Schlaf. Der Gipfel wartet auf uns.

3 Tag
Aufbruch um 2:00 Uhr. Noch im Halbschlaf packen wir unsere Sachen, ziehen alles an Kleidung an was wir haben, weil es ca. 0 Grad hat. Es gibt ein paar Kekse und Tee, wir packen unsere Taschenlampen und beginnen unseren Aufstieg auf den Gipfel. Er sieht nah aus, 3,5 Stunden wirken wie zu viel Zeit für so eine kurze Strecke. Es war nicht zu viel Zeit. Der Boden war lockere Asche, die es unmöglich gemacht hat, vom Fleck zu kommen. Der Wind, die Kälte und die vielen Lichter der Taschenlampen lassen uns glauben wir sind in einem Explorer-Film irgendwo in der Arktis. Ich erreiche einen Punkt an dem ich davon überzeugt bin, dass ich vor Kälte meine Finger verlieren werde. Nie war mir ein Sonnenuntergang weniger wichtiger als in diesen 3 Stunden und mehr als einmal würde ich gerne wieder umdrehen, Sonnenaufgänge sieht man schließlich von überall sonst auch gut. Wir erreichen um halb 6 den Gipfel, ich bin nicht die Einzige, die, oben angekommen, hysterisch zu weinen beginnt. Die Kälte ist unerträglich, es werden Gruppen im Pinguin-Stil gebildet, Leute verkriechen sich in Schlafsäcken, es werden kaum Fotos gemacht, weil niemand seine Hände aus den Taschen nehmen will. Der Sonnenaufgang kommt und wir freuen uns mehr, dass wir bald wieder hinunter in die Wärme können, als ihn zu genießen, (er war trotzdem mehr als beeindruckend, besonders nach dieser Leistung). Der Abstieg beginnt, macht zuerst noch Spaß, wird nach der dritten Stunde allerdings zur Qual und beinahe schmerzhafter als der Aufstieg. Wir erreichen nach insgesamt elf Stunden wieder unser Basecamp. Dusche gab es da natürlich keine, Jerry.

Fazit:
Der Aufstieg auf den Mt. Rinjani war eindeutig das Härteste, was ich je in meinem Leben gemacht habe. Besonders im Rückblick, da ich gerade gelesen habe, dass es der 38. höchste Gipfel der Welt ist! Ich frage mich jetzt, wo ich wieder in einem Hostel in Kuta-Lombok bin, wie ich das alles überhaupt geschafft habe. Ich habe meinen persönlichen Breaking Point sicher mehrere Male erreicht und jedes Mal habe ich ihn überwunden und bin weitergegangen. Meine psychische und körperliche Grenze wurde geweitet und ich werde vermutlich nie in Worte fassen können, was für ein Gefühl das war, endlich auf diesem verdammten Gipfel zu stehen. Obwohl ich diesen Vulkan bestimmt nie wieder besteigen werde, bin ich trotzdem von so viel Stolz erfüllt, weil ich es gepackt habe. Ob ich es weiterempfehlen würde? Ich weiß es nicht, aber ich habe in diesen dre Tagen sehr viel über mich gelernt und bin froh, dass ich diese Erfahrung gemacht habe. Auch wenn sich die Wunde auf meinem Fuß mittlerweile infiziert hat und ich Antibiotika nehmen muss- aber nach den Erinnerungen ein kleiner Preis, den ich bereit bin zu zahlen.
Achja, und was Jerry angeht: Ich kann es einfach nicht leiden, wenn man mir falsche Versprechungen macht, ganz Unabhängig von der Erfahrung selbst. Besonders nachdem ich gehört habe, dass alle anderen weniger gezahlt haben als ich. Vielleicht werde ich ihm noch einen Besuch abstatten, aber hauptsächlich kann ich nur jedem davon abraten jemals etwas zu glauben, dass Jerry der Reisebüroleiter erzählt.







