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Der Weg nach Wellington
Als ich am nächsten Morgen gut erholt und nichtsahnend erwachte, zeigte mir mein Handy erstmal geschätzte 85 neue Nachrichten an. „Geht’s dir gut?!“ „Wo bist du gerade?“ „Bitte melde dich, ist alles okay?“ War so ziemlich der Inhalt jeder Einzelnen. Ich war recht verwirrt, bis mir mein Stiefbruder einen Link zu einem Artikel mitschickte, in dem beschrieben wurde wie ein Erdbeben die Nordost- Küste der Südinsel Neuseelands zerstört hat. Tsunamiwarnungen, Nachbeben, Isolation, Notfallpakete, Ressourcenmanagement, Nahrungsvorräte, Verhaltensanweisungen, gesperrte Straßen. Neuseeland brach in Chaos aus und wir haben, abgeschottet wie wir auf unserem Campingplatz waren, nichts davon mitbekommen. Panisch packten wir unsere Sachen und schlossen uns dem Touristenandrang an, der das Informationscenter stürmte- war es noch sicher hier zu bleiben? Wir holten alle Empfehlungen ein, unsere Route war zum Glück nicht betroffen. Ob die Fähre zwei Tage später zur Südinsel überhaupt fahren würde, war dennoch ungewiss, da Wellington (der Abfahrort) sehr stark vom Erdbeben getroffen wurde. Wir wollten uns nicht entmutigen lassen und fuhren nach New Plymouth, was sowieso unser nächster Haltepunkt gewesen wäre- den Radio auf Dauerlauf durch die News. Noch mehr Nachbeben, Chaosberichte, abgesperrte Stadtteile, eskortiere Touristen, Kühe, die auf einer Insel festsitzen, Lebensmittelknappheit, Spenden, noch mehr Schaden. Die Schreckensnachrichten hörten nicht mehr auf und der strömende Regen, der zu diesem Zeitpunkt einsetzte, half nicht gerade. Es gab noch mehr überflutete Straßen, noch mehr Erdrutsche, noch mehr Durcheinander.
Es ist verrückt, als Europäer hört man von Naturkatastrophen immer nur in den Nachrichten und verfolgt die Dinge aus der Ferne mit, freut sich, dass man selbst nicht betroffen ist und versucht sich vorzustellen, wie schrecklich das sein muss. Jetzt war ich vor Ort als die schlimmste Katastrophe, die Neuseeland je getroffen hat, passierte- es war surreal. All die Berichte über zerstörte Gebäude, in einem Geschäft nicht mehr als eine Packung Toast kaufen zu dürfen, weil die Lieferungen nicht durchkommen und aufpassen zu müssen, im Inland zu bleiben. Es ist ein seltsames Gefühl, wie die ständige Nervosität einem im Nacken sitzt.
New Plymouth verbrachten wir verbarrikadiert im Auto, durch den strömenden Regen und die gesperrten Straßen eingeschränkt (wie hätte ich das ohne Begleitung nur überstanden?) und versuchten am darauffolgenden Tag unseren Weg nach Wellington fortzusetzen, die Nachrichten und Facebook- Updates der Straßen und Fähre verfolgend. Wir mussten um 08:00 Uhr für den Check In vor Ort sein (zumindest theoretisch). Anfangs wollten wir den Abend davor anpeilen, um für etwaige Verschiebungen (sie begann bereits unregelmäßig wieder zu fahren) gerüstet zu sein. Als wir in Waikanae- ca. 1 Stunde nördlich von Wellington- ankamen, sagte uns ein Arbeiter, dass die Straße nach Wellington komplett gesperrt wäre und wir uns besser hier eine Alternative suchen sollten, bevor wir unnötig stundenlang im Stau stehen würden- ein Ende wäre noch nicht in Sicht. Wir gingen also ins Kino, in der Hoffnung, damit genug Zeit totzuschlagen. Nach dem Film fragten wir die Frau an der Kinokassa, ob sie zufällig wüsste, wie es um die Straßen stünde. Sie sah nach, erklärte uns dass es unverändert wäre und lud uns zu sich ein um die Zeit bis dahin zu überbrücken. Kein Scherz. In bester Neuseeland-manier hat sie zwei komplett Fremde mit zu sich nach Hause genommen, uns dort duschen lassen, Essen gekocht und als immer noch keine Besserung in Sicht war, ihr Gästebett für uns bereitgestellt. Es war unglaublich. Es ist schwer zu glauben, dass ich immer wieder so viel Glück habe, aber tatsächlich finde ich jedes Mal eine Rettung in letzter Minute. Meine Dankbarkeit ist grenzenlos. Ich kann auch nach 1 ½ Monaten nicht fassen, wie ungeheuer freundlich die Menschen hier sind. Wer bei uns würde so etwas schon machen?
Da wir unseren Sicherheitspolster vor Ort dadurch leider verloren hatten, sind wir am nächsten Morgen um 05:00 Uhr auf gut Glück hingefahren (Die Straßen waren endlich frei) und konnten tatsächlich die Fähre nehmen! Langsam kehrte wieder Normalität ein.
Es war ein sehr ruppiger Abschied von der Nordinsel, was ihn allerdings nicht leichter gemacht hat. Ich hatte auf diesem Teil des Landes wunderbare, merkwürdige, furchteinflößende und immer wieder unglaublich tolle Erlebnisse. Es ist ein unglaublicher Ort. Wir alle kennen Neuseeland als isoliertes Paradies am Ende (oder Anfang?) der Welt. Wir hören verrückte Geschichten der Maori Kultur, Witze über die Liebe der Neuseeländer zu Schafen und kaufen Puzzles die unrealistisch aussehende Neuseeländische Landschaften zeigen. Ich kann euch sagen, es sieht in Realität nicht weniger unecht aus.
Tatsächlich hier zu sein hat mich sehr vieles gelehrt- Wie atemberaubend und vielfältig die Natur sein kann, wenn man tatsächlich auf sie Acht gibt, wie viel Zeit zwischen zwei Städten liegen kann, wie sich totale Isolation und Einsamkeit anfühlt. Wie man Tage verbringen kann, ohne einem anderen Menschen zu begegnen. Wie freundlich und hilfsbereit Menschen sein können, wenn sie sich nicht nur auf sich und ihren persönlichen Vorteil konzentrieren. Ich habe viele neue Freunde gefunden und bezaubernde Menschen kennengelernt. Ich bin komplett gefangen und habe mein Herz restlos an diesen Ort verloren. Und das war erst die Nordinsel.







