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Down Under
Ich war immer noch vollkommen benebelt von meinem wunderbaren Flug (Emirates!) und dem wunderschönen Sonnenuntergang, der meine Landung begleitete, als mir die ersten Unterschiede zwischen dem friedlichen, verlassenen Neuseeland und dem überfüllten Sydney auffielen. Lächelnd trat ich an den Schalter für mein Visum, bereit auf ein freundliches „Hey, How are you, how was your flight?“ mit einer netten höflichen Floskel zu antworten und mich in die Hände der fürsorglichen Einwohner zu begeben. Die Dame, die mich allerdings eher an jemanden erinnerte, der das Essen in einer Gefängniskantine ausgibt (oder entgegennimmt), sah mich jedoch nicht einmal an, als ich ihr meinen Reisepass entgegenstreckte, den sie wortlos entgegennahm. „Anything you need to declare?“ fragte sie nach einer Weile. Als ich darauf scherzhaft mit „Only myself and chewing gum“ antwortete, sah sie mich an, als ob ich ihr gerade erklärt hätte, dass es gesetzlich verboten ist, die Mundwinkel so tief hängen zu lassen. Bevor sie es sich mit meinem Visum noch anders überlegen konnte, nahm ich meinen Pass und lief mit eingezogenem Kopf durch die restlichen Kontrollen, an denen ich ähnlich freundlich begrüßt wurde. Ich war eindeutig nicht mehr in Neuseeland.

Ich fragte mich die Reihe an Busfahrern entlang zu meinem Shuttlebus durch, der zwielichtig in einer kleinen Seitengasse neben dem Flughafen wartete. Es war bereits nach 21:00 Uhr, ich war müde und freute mich nur noch darauf, nach zwei langen Monaten des Campinglebens wieder in einem Hostel einzuchecken. Dazu muss gesagt sein: In meiner Erinnerung waren Hostels freundliche Orte, mit freundlichen Reisenden, die nicht nur des Preises wegen, sondern vor allem der Menschen in diesen Etablissements übernachten- und da in Sydney auch das günstigste Hostel gute 20 Euro die Nacht kostet, fiel dieser Faktor sowieso weg. Ich freute mich auf die Menschen, die Leichtigkeit des Kennenlernens, die Abenteuer die mich und meine zukünftigen besten Freunde erwarten würden. Ich hievte also (mehr schlecht als recht) meinen Rucksack in mein Zimmer, hörte die zwei Mädchen, die bereits da waren, deutsch sprechen (wie sollte es auch anders sein?) und fragte direkt in unserer gemeinsamen Sprache, wie ihr Tag gewesen war. Das schien sie allerdings wenig zu beeindrucken (wie sich herausstellte, waren 95% aller dort lebenden Menschen Deutsche). Sie gaben mir auf meine Fragen immer kürzer werdende Antworten und als ich schlussendlich fragte, was sie für den nächsten Tag geplant hätten, da ich noch nichts vorhätte, folgte ein kurzes „Wir machen den Coast-Walk“ dem eine Stille folgte, die so unangenehm war, dass ich mich, um den letzten Rest meiner Würde zu bewahren, ins Bett verkroch, die Augen schloss und mir vorstellte ich sei wieder in meinem Auto.
Am nächsten Tag erwachte ich mit neuem Mut- gratis Frühstück ist immer eine gute Gelegenheit, um an Leute anzuknüpfen und ich hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Ich finde, es hat immer etwas Einschüchterndes, an einem neuen Standort zu sein, bei dem man die alltäglichen Sitten noch nicht kennt. Besonders bei inkludiertem Frühstück gibt es einfach zu viele Fettnäpfchen, in die man (meistens ich) treten kann. Gibt es ein Buffet, Bestellung, Tresen, Tische? Viel zu oft war ich schon an falschen Schlangen angestanden, hatte mich in Bereiche begeben, in denen ich nicht erlaubt war und Dinge bestellt, die plötzlich doch etwas kosteten. Ich wollte auf Nummer sicher gehen und folgte unauffällig einer Gruppe von Leuten, die gerade dorthin unterwegs waren. Wie sich herausstellte, gab es etwas, das wohl am ehesten an ein Buffet herankam, wenn man es so nennen konnte. Auf einem langem Tresen standen literweise Milch, Erdnussbutter, Marmelade, haufenweise Toast- im totalen Chaos verteilt, während sich (wie ich nur annehmen kann) die halbe Population Deutschlands darum drängte, sich alles schnappte was sie ergattern konnte, um schnellstmöglich noch mehr Unordnung zu hinterlassen und sich zügig an einen der Tische zu setzen. Nachdem ich ein paar Mal gestoßen und angerempelt wurde und plötzlich wieder am Anfang der „Schlange“ stand, erwischte ich gerade so eine der letzten Toastscheiben und wurde von den Mengen bis zum Ausgang mitgetragen, bevor ich noch etwas hinzufügen konnte. Das Frühstück war serviert.
Ich erspähte ein allein sitzendes Mädchen, eilte zu ihr und fragte, mit Angstschweiß bedeckt, ob ich mich zu ihr setzen dürfte. Ich machte mir nicht einmal mehr die Mühe, sie auf Englisch anzusprechen. Ich durfte. Höflich führten wir ein Gespräch, das mich wieder glauben ließ, dass es nicht an mir lag, dass die zwei Mädchen aus meinem Zimmer nur zwei Stühle weiter saßen und so taten, als hätten sie mich nicht bemerkt. Nachdem wir unsere Pläne für den Tag ausgetauscht hatten (ich wollte in die Stadt, sie wusste es noch nicht genau) und ich, naiv wie ich bin, fragte ob wir uns zusammenschließen wollen, murmelte sie etwas, das wie „Mh, ich weiß nicht so genau, glaub eher nicht“ klang, bevor sie sich erhob und abrauschte. Was war nur los mit diesen Leuten hier? Ich versuchte, mich damit abzufinden meinen ersten Tag in Sydney allein zu verbringen, dazu verdammt all die wunderbaren Dinge, die man nur in Städten machen kann, ohne Gesellschaft zu genießen, als sich ein Mädchen zu mir setzte. Sie erklärte mir, dass die meisten anderen Bewohner dieses Hostels gerade ihr Abi gemacht hätten und danach nach Australien gereist sind. Ich finde das an sich bewundernswert, allerdings fügte sie auch noch im selben Atemzug hinzu, dass sie den ganzen Tag nur hier sitzen und Gras rauchen würden und ich es deshalb nicht persönlich nehmen soll- sie behandeln alle Neuen so- Klang nach einer guten Reisemethode.
Meine Stimmung hob sich wieder, als sie mir eine kleine Einweisung für das Leben in Sydney gab und sie mir von ein paar Dingen erzählte, die sie gerne in der Stadt unternehmen würde und bei denen sie sich über Gesellschaft freuen würde. Erleichtert aß ich auf, packte meine Sachen in Sekundenschnelle, aus Angst, dass sie sonst vielleicht weg sein würde und traf sie am Eingang wieder, wo sie, freundlich wie eh und je, auf mich wartete. Das Blatt hatte sich gewendet.







