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Cairns
Es war 05:00 Uhr morgens, als wir in Cairns ankamen. Der Übernachtbus, welcher kaum als solcher zu bezeichnen war, da die Fahrt nur fünf Stunden dauerte, (trotzdem wieder ein Hostel gespart!) war – zu unserem Glück- ein bisschen erträglicher als das Mal davor. Wir schleppten uns müde durch die gerade erwachenden Straßen, gingen in unser Hostel und durften dort im Gemeinschaftsraum schlafen, bis unser Zimmer bezugsfertig sein würde. Als wir irgendwann wieder unter den Lebenden waren, erforschten wir ein wenig die Stadt und kamen schlussendlich zu folgender Erkenntnis: Der einzige Grund, nach Cairns zu gehen ist, um aus Cairns wieder zu verlassen. Lasst mich erklären.
Alles rund um diesen Ort versprach Abenteuer. Cape Tribulation, Regenwald, das Great Barrier Reef, Raften, usw. usf. Das Problem? Alle Touren starten in Cairns- und das ist die einzig attraktive Eigenschaft dieser Stadt. Ganz, ganz ehrlich. In Cairns selbst gibt es so gut wie nichts, weswegen sich unser Aufenthalt außerhalb des Hostels auf ein Minimum beschränkte. (Bei fast 40 Grad und Luftfeuchtigkeit von unnatürlichen Ausmaßen kann ich uns da keinen Vorwurf machen!) Da zusätzlich auch noch gerade Regenzeit war, wurde unser eher trostloses Dasein nur durch regelmäßige tropische Schauer unterbrochen.
So verging der erste Tag. Der zweite Tag sollte vielversprechender werden. Wir hatten zum Glück vorgesorgt und eine zweitägige Tour in den Norden gebucht. Der Trip sollte im Prinzip aus Regenwald und Krokodilen bestehen- verrückt, ich weiß! Wir wollten beide unbedingt zum Cape Tribulation, hauptsächlich um das eine Lebewesen zu sehen, das selbst den Australiern einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Ehrlich- das nördliche Queensland ist für Australien das, was Australien für den Rest der Welt ist. Alle Horrorgeschichten über mysteriöse Tode, brutale Unfälle, merkwürdige Begebenheiten- Queensland. Ein amerikanisches Pärchen wird am Great Barrier Reef vergessen und nie wieder gefunden? Queensland. Krokodile jagen Kinder über den Strand? Queensland. Touristen, die nur kurz ihre Wasserflasche auffüllen wollen und prompt unter der Wasseroberfläche verschwinden? Queensland! Ihr seht worauf ich hinauswill.
Mit diesem Wissen im Hinterkopf (ich las gerade Down Under von Bill Bryson, weswegen ich bestens informiert war! Tolles Buch, übrigens.) wunderte es mich auch nicht wirklich, dass die Leute hier irgendwie… wie soll ich sagen… seltsam sind. Die Tourguides, die Einwohner, jeder hier ist irgendwie ein bisschen verrückt, was vermutlich wirklich keine Überraschung sein sollte. Sie sind noch um einiges derber als es die Australier in den südlicheren Teilen sind, irgendwie härter, ländlicher und lauter. Vielleicht ist das eine natürliche Reaktion auf tropisches Wetter vermischt mit einem natürlichen Umfeld in dem dich alles töten will? Wer weiß! Jedenfalls saßen wir also am nächsten Morgen im Shuttle Bus mit unserem Tourguide Wiley, der uns alles über die Pflanzen und Tierwelt im angeblich ältesten Regenwald der Welt erzählte. Wir stoppten für kleine Spaziergänge, bei denen er barfuß durch den Wald spazierte, Schlangenhäute aufklaubte, uns auf Insekten, Echsen und mögliche andere Tierspuren hinwies, uns Unfälle schilderte, die hier oben passiert sind und dann lauthals über unsere Reaktionen lachte, während er fröhlich weiterschlenderte. Schräg.

Natalie und ich verbrachten also die Nacht in einem kleinen Hostel nicht weit vom Strand entfernt („Das Einzige worauf ihr euch wirklich verlassen könnt, sind eure Augen! Geht trotzdem nie zu nah ans Wasser“). Die Paranoia saß uns im Nacken und jede kleinste Ansammlung an Wasser wurde genaustens inspiziert, bevor wir an ihr vorbeigingen. Krokodile konnten hier überall sein. Das machte zwar zu Beginn noch Spaß, doch da das Meer tabu war und wir unsere Zeit nicht am Pool verbringen wollten, holte uns bald wieder die Langeweile ein. Wir machten uns also auf in den Regenwald, in der Hoffnung dort entweder einen Cassawary, ein Baumkänguru oder sonst irgendetwas Besonderes zu sehen. Cassawaries sind übrigens die extrem seltenen, 2m großen Vögel, die an ihren Füßen eine dolchartige Kralle haben, mit denen sie immer wieder Menschen töten, indem sie hochspringen und ihnen mit einem Kick den Brustkorb aufschlitzen. Jup- sogar die Vögel wollen dir hier den Leben nehmen. Man erkennt sie an ihrer strahlend blauen Farbe und dem Höcker auf ihrem Kopf- leider sind sie mittlerweile vom Aussterben bedroht. Und die Zahlen schrumpfen immer weiter, da sie zu häufig über die Straße rennen und überfahren werden. Die Ranger hier versuchen alles, um die Achtsamkeit der Leute irgendwie zu steigern, aber wie so häufig überwiegt die Ignoranz meistens.
Wir hatten trauriger Weise kein Glück bei unserem Spaziergang und kehrten so schweren Gemüts und mit vom Schweiß durchnässten Kleidern zurück. Wir besuchten noch einen kleinen Schwimmteich, von dem uns garantiert wurde, dass er krokodilfrei war (wie kann man denn an einem Ort leben, an dem man ständig auf so etwas Acht geben muss?) und als uns auch hier nichts mehr zu tun einfiel, begaben wir uns zu unserer Unterkunft. Unsere Pechsträhne setzte sich fort, als wir auch bei der Krokodil- Bootstour am nächsten Tag keine Krokodile sahen (seit dem Supermond ist der Wasserpegel zu hoch) und wir kamen ein klein wenig enttäuscht wieder in Cairns an. Der Regenwald war natürlich trotzdem schön, der Gedanke vielleicht dem Tod durch eine Krokodilattacke nur knapp entgangen zu sein ebenso und zumindest wussten wir nach den zwei Tagen im tropischen Dschungel dadurch die „geringe“ Luftfeuchtigkeit in Cairns zu schätzen. Und das heißt wirklich was.
Unsere zweite (und letzte) Aktivität, die uns aus Cairns rettete, war ein Tagesausflug ans Great Barrier Reef. Seit Wochen hatte ich mich darauf gefreut, immerhin ist dieser Ort so ziemlich auf der Bucket List eines jeden Tauchliebhabers. (Und auch sonst jedermanns). Die Bootstour selbst war ziemlich unorganisiert, sie versuchten Taucher mit Tauchschein, ohne Schein und diejenigen die nur schnorcheln würden zu trennen, was zu einem ziemlichen Chaos führte. Wir ließen uns davon aber trotzdem nicht die Laune verderben. Ich freundete mich schnell mit den anderen aus meiner Gruppe an und war ziemlich aufgeregt als wir beim ersten Tauchspot endlich ins Wasser sprangen. Umso geschockter war ich von dem Anblick, der sich mir darbot. Ich meine, ich wusste, dass das Great Barrier Reef für tot erklärt wurde. Ich wusste, dass in den letzten 10 Jahren 50% davon gestorben waren. Ich wusste, dass immer mehr davon starb. Ich wusste das alles. Aber es mit eigenen Augen zu sehen, sogar hindurch zu tauchen, war als würde man einen Friedhof entlangschwimmen. Alles war grau, tote Korallenstücke lagen im Sand, einsame kleine Gebilde mit den letzten übrig gebliebenen Korallen wurden von ein paar Fischen umkreist, die dabei irgendwie verloren aussahen, in diesem großen Nichts. Und während alle total fasziniert die Überbleibsel des größten lebenden Organismus der Welt betrachteten, versuchte ich, nicht vor Trauer und Trostlosigkeit in Tränen auszubrechen. Ich war immer noch sprachlos, als wir wieder im Boot waren. Ich konnte nicht fassen, wie die anderen begeistert über die drei Fische und vier Korallen redeten, als wäre das die Form, die das Riff haben sollte und immer schon hatte. Als wäre nichts falsch daran.
Da der nächste Stopp nur 200m weiter war, blieben wir direkt in unseren Ausrüstungen die ich immer noch völlig perplex wieder in Position brachte und die Gespräche um mich ignorierte. Das nächste Mal war um einiges besser. Wir sahen Haie, Rochen, Moränen & Schildkröten über einem ansatzweise intakten Riff, was mich zumindest einigermaßen beruhigte. Immer wieder ging mir der Satz des Skippers durch den Kopf „You might be the last generation ever to actually see the Great Barrier Reef with your own eyes“ Den dritten Tauchgang ließ ich ausfallen. Ich komme nicht umhin mich seither wieder und wieder zu fragen- warum lassen sie immer noch Menschen hier hin? Ist es das ganze Geld tatsächlich wert, unglaubliche Mengen an ahnungslosen Touristen hierher zu verfrachten, die keine Ahnung haben vom richtigen Umgang mit dem Meer und dem Riff? Wir alle kennen die Antwort darauf und sie bricht mir das Herz.
Den verblieben letzten Tag verbrachten wir mit Johannes und Darleen, mit denen wir nicht nur im Gagaju Bush Camp, sondern auch auf Fraser Island waren und die zwei Tage vor meiner Abreise in Cairns ankamen. Es gab (wie bereits gesagt) nicht sonderlich viel zu tun, weswegen wir an die Lagune gingen, nach 20 Minuten wieder zurückkehrten weil es regnete, ich für meinen Flug alles vorbereitete und wir Pizza essen gingen. Das wäre dann so ziemlich die komplette Auflistung der Dinge, die man in Cairns tun kann.
Jedenfalls war Natalies und mein letzter gemeinsamer Abend gekommen und ich kann nicht beschreiben, wie hart der Abschied am nächsten Morgen war. Nachdem wir einen Monat jeden Tag miteinander verbracht hatten, fühlte es sich falsch an, mich von ihr zu trennen, nach all den Abenteuern, die wir gemeinsam erlebt haben. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schulterte ich also meinen Rucksack und machte mich auf zu meinem letzten Ziel in Australien- Melbourne.







