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Was sich seit meiner Heimkehr geändert hat
Die Reaktionen, die ich auf meinen Lebensrhythmus - den ich mehr oder weniger sofort wieder angenommen habe seit ich zurück bin - erhalte, sind oftmals ziemlich ähnlich. Meistens treffe ich auf Überraschung, Verwunderung, teilweise sogar Sorge und immer wieder mal ein Kopfschütteln. Fast als wäre ich nie weg gewesen, habe ich mittlerweile wieder einen Job, gehe auf die Uni und suche nach einer neuen Wohnung. Ich spreche von Bac Arbeiten, vom Fortgehen am Wochenende und Seminaren, organisiere die Hochzeit meiner besten Freundin, gehe in alte Restaurants und besuche die gleichen Leute wie zuvor. Und so befremdlich das auch alles klingen mag, jedem fällt auf, dass, obwohl alles so gleich scheint, nichts wirklich gleich ist. Scheint, als wäre abgesehen von meiner gebräunten Haut auch die ein- oder andere Lebensweise ein bisschen anders. Denn auch wenn die häufigste Frage seit ich zurück bin, die nach meiner Reise selbst ist, ist die an zweiter Stelle ausnahmslos „Was ist denn jetzt eigentlich anders, seit du wieder da bist?“
Ich liebe die Frage und nach meinem ersten Monat zurück kann ich sie nun auch endlich aufrichtig und in ein paar Punkten zusammengefasst beantworten die mehr sagen als „Es ist irgendwie komisch aber eh cool“
Man weiß den Lebensstandard den man hat, zu schätzen.
Wenn man einmal an dem Punkt war, an dem man für einige Tage weder duschen, noch Kleidung wechseln konnte (an dieser Stelle sei angemerkt, gut, dass ich alleine unterwegs war!), dem nächsten dreckigen Hostelbett entgegenlechzt als wäre es die Zerstörung allen Übels und sich wie ein kleines Kind freut, wenn man auf eine Toilette gehen kann, die nicht aus einem Stück Wald besteht, ändern sich die Lebensansichten ein wenig.
In meinen ersten Wochen zurück habe ich mich regelmäßig dabei ertappt, auszurechnen wie viele Tage ich ein T-Shirt noch tragen könnte, wann ich meine Haare wieder waschen sollte und wie lange ich es schaffe, meine Wäsche nicht waschen zu müssen. Ich fühlte mich jeden Tag verschwenderisch wenn ich duschen ging und ein wenig befremdlich, alleine in einem eigenen Bett zu liegen. Versteht mich nicht falsch, es ist das schönste Gefühl auf der Welt, ein eigenes Zimmer zu haben, sich nicht jeden Tag darum sorgen zu müssen wo man als nächstes schläft ,irgendwelche Tickets, Flüge, Touren, etc. buchen zu müssen und einfach sauber zu sein. Aber der Hauptunterschied ist, ich weiß all diese Dinge plötzlich wirklich zu schätzen. Ein eigenes Badezimmer mit einem Waschbecken, Wasser, das nicht nach Chlor oder Dreck schmeckt, Geschirr, das man nicht immer mit sich herumtragen muss und mehr als fünf Kleidungsstücke die man monatelang immer wieder trägt. Ich freue mich jedes Mal wenn ich Parfum benutze, mein Zimmer im Chaos zurücklassen kann, weil mich niemand bestehlen wird oder sich beschwert oder ich mir Lebensmittel kaufen kann, die gekühlt werden müssen, weil ich einen verdammten Kühlschrank zuhause habe. Ich habe in meiner Zeit des Reisens viele Abstriche gemacht und es hat mich nie wirklich gestört- aber jetzt, wo ich plötzlich zurück in diesem Luxus bin, wird mir klar, wie selbstverständlich ich das alles immer gefunden habe. Das tue ich jetzt nicht mehr.
2. Man verliert seine Angst
Ich denke oft zurück an die Zeiten in denen ich wach gelegen bin weil ich Angst hatte. Angst vor der Zukunft, vor Leuten, vor Herausforderungen, vor Druck, vor unangenehmen Situationen, Prüfungen, usw usf. Als unvernünftig mutiger Mensch habe ich die Sachen trotzdem immer gut gemeistert (auch wenn dazu einiges an Überwindung notwendig war). Während meiner Reise haben diese Panikattacken aufgehört, doch ich war mir bis zuletzt nicht sicher, ob sie nicht wiederkommen würden, wenn ich zurückkehre. Denn natürlich würden mit meiner Heimkehr auch alle vorher dagewesenen Probleme wiederkommen, richtig? Richtig! Ich weiß, ihr habt eine andere Antwort erwartet, aber ich mache mir immer noch Gedanken über meine Zukunft und mein Leben. Der Unterschied? Ich habe absolut keine Angst mehr davor. Bei allen unbekannten Situationen in denen ich mich befinde denke ich mir heute- ich bin erfolgreich alleine um die halbe Welt gereist, was zur Hölle sollte mich hier aufhalten? Alles, was ich hier tue fällt mir plötzlich ungeheuer leicht, weil es einfach in keinem Verhältnis mehr steht. Vor nicht allzu langer Zeit ging ich zu einem Jobinterview – die Abwesenheit jeglicher Nervosität beunruhigte mich beinahe schon. Doch dann wiederrum, lebt es sich sehr viel leichter, die Dinge einfach zu tun, anstatt sich wegen der Ungewissheit fertig zu machen. Und hey- den Job habe ich bekommen, also wie falsch kann diese Einstellung schon sein?
3. Man setzt Prioritäten
Mein organisatorisches Talent kombiniert mit meinem Bedürfnis allen alles recht zu machen, haben mich früher oft in die Situation gebracht, vor lauter Stress, Terminen und Pflichten nicht mehr klar denken zu können. Doch nachdem man ein halbes Jahr nur auf sich gestellt war und vor allem auch nur auf sich selbst schauen musste, ist es plötzlich ein Leichtes, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Ich war vor meiner Reise schon gern alleine, doch jetzt, nach dieser langen Zeit ist es fast wie ein körperliches Bedürfnis, dem ich ohne schlechtes Gewissen nachgehe- und siehe da- niemand ist wütend, traurig oder fühlt sich von mir im Stich gelassen. Ich habe gelernt, die Menschen zu priorisieren, die mir wichtig sind und denen ich wichtig bin und auf der anderen Seite Leute mit denen ich aus Pflichtgefühl Zeit verbracht habe (oder umgekehrt) gehen zu lassen.
4. Die eigene Welt wird kleiner
Die Rückkehr nach einer so langen Abwesenheit (besonders bei den Ländern, die ich besucht habe) hat leider auch einen leicht bitteren Nachgeschmack. Die Welt wurde für mich schlagartig so viel größer und weitläufiger, dass mir Wien manchmal plötzlich klein und beengend vorkommt. Ich erwische mich ab und an dabei, nachts nach der Milchstraße Ausschau zu halten oder den Ubahnplan zu studieren, obwohl ich ihn schon auswendig kenne. Hin und wieder überkommt mich das Bedürfnis, aufzustehen, meinen Rucksack zu packen und etwas Neues zu erleben, bis mir klar wird, dass ich zuhause bin und nicht in einem Hostel in Australien. Oftmals scrolle ich durch meine Fotos, höre Geschichten von meinen Freunden, die überall auf der Welt verteilt sind und schwelge in Erinnerungen an eine Zeit in der jeder Tag ein neues Abenteuer versprach. Wenn mich jetzt jemand fragt, was es Neues gibt,ist meine Antwort meistens „Uhm… nichts?“ weil nichts mehr in Relation zu dem steht, was es sonst noch auf der Welt gibt. Ihr seht schon was ich meine.
5. Man lebt schneller
Das ist für mich das, woran ich mir am meisten die Zähne ausbeiße, seit ich zurück bin. Ich war immer schon ein ungeduldiger, schnelllebiger Mensch, der sein Herz auf der Zunge trägt. Diese Eigenschaft hat sich für mich immer bewährt, weil die meisten Leute Ehrlichkeit schätzen. Doch hier wird es tricky. Denn dieser Charakterzug kam mir auf Reisen nicht nur sehr zupass, sondern wurde wiederrum noch um ein vielfaches verstärkt. Stellt euch vor, ihr seid nur für wenige Tage an einem Ort und lernt dort jemanden kennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr mehr als zwei, vielleicht drei Tage miteinander habt ist sehr gering. Werdet ihr also eure Zeit damit verschwenden zu smalltalken? Nein. Als Backpacker passieren Beziehungen auf menschlicher Ebene viel schneller als zuhause. Man überwindet das Larifari- Gerede in ein paar Minuten und beschäftigt sich dann mit wichtigeren Dingen. Man freundet sich schneller an, man redet eher über Bedeutsames oder verliebt sich schneller, als man es hier tun würde. Wie könnte man auch nicht? Die Zeit für Drama, fürs Kennenlernen, fürs Herumdrucksen und Feige- sein ist einfach nicht. da. Man will etwas und dann macht man es einfach. Und es ist nicht schlimm, denn es geht jedem anderen Reisenden genauso. Doch hier ist es auf einmal, als wäre mein Zeitempfinden beschleunigt worden, während für alle anderen die Uhr gleich geht.
Es ist also kein Wunder, dass ich jetzt, wo ich wieder hier bin, plötzlich überhaupt keine Geduld mehr habe, wenn Leute wochenlang über das gleiche Thema jammern, ohne etwas zu ändern. Dass ich keine Nerven für höflichen Smalltalk besitze oder Dinge die mich beschäftigen direkt anspreche, anstatt sie runterzuschlucken. Weil ich immer noch in dieser Welt lebe, in der man keine Zeit für Zeitverschwendung hat. Das mag schlecht oder gut sein, aber hauptsächlich ist es frustrierend, weil man in vielerlei Hinsicht Leute vor den Kopf stößt ohne es zu merken, auf einmal unsensibel oder vorschnell wirkt und sich plötzlich unverstanden fühlt.
Abgesehen von diesen großen Punkten gibt es natürlich immer wieder kleine Situationen, in denen mir auffällt, dass ich länger nicht da war (Zum Beispiel habe ich aus Gewohnheit letztens einen Typen mit der Frage angesprochen, woher er kommt- Achtung Spoiler- Wien). Dennoch ebbt das traumartige Gefühl, nicht wirklich da und auch nicht wirklich weg zu sein langsam ab, und ich füge mich wieder in meinen Rhythmus ein, wie ich es mir gewünscht habe. Um ehrlich zu sein, war meine größte Sorge, dass ich entweder hier bin und nur noch weg will, oder dass ich die Reise vergesse und wieder in meinem alten Trott versinke. Ich kann jetzt sagen, dass keines von beidem der Fall ist. Ich habe die perfekte Kombination gefunden. Ich habe nie das Gefühl, im Hamsterrad zu vergammeln, weil ich die Dinge anders angehe als zuvor und nie das Gefühl nur weg sein zu wollen, weil ich zu schätzen weiß, was ich habe. Denn das ganze Glück, dass ich mit mir selbst auf meiner Reise gefunden habe, habe ich immer noch. Und das begleitet mich bei allem was ich tue.







